Wie lässt sich die Energie eines Flusses zur Beheizung moderner Wohnquartiere nutzen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der 6. Klima-Allianz Erlangen am 21. Oktober 2025. Nach der Eröffnung durch den Oberbürgermeister Dr. Florian Janik durfte Thomas S. (Geschäftsführer Projekt Bauart) unsere Erfahrungen aus Baiersdorf in einer Arbeitsgruppe vorstellen – dort nutzen wir die Regnitz als nachhaltige Wärmequelle.
Auch in Baiersdorf basiert unser Projektkonzept auf dem Grundsatz, den Energieverbrauch auf ein minimal sinnvolles Niveau zu senken. Ziel ist es, Energieeffizienz mit wirtschaftlicher Umsetzung zu verbinden – und dazu gehört auch, regionale Ressourcen zu nutzen. Der Fluss Regnitz bietet hierzu immense Möglichkeiten, die wir mit einer eigens entwickelten Wasser-Wärmepumpe realisierten.
Der Plan war, die Wärme direkt aus der Regnitz zu entziehen, um das Gebäude effizient zu beheizen. Wir setzten auf eine innovative Lösung: den Einsatz von Flusswasser-Kollektoren direkt im Gewässer, fachgerecht befestigt an einer Spundwand. Dafür mussten wir wasserrechtliche Vorgaben sowie einige Rahmenbedingungen beachten, etwa Hoch- und Niedrigwasserzeiten, Fließgeschwindigkeit, Treibgut, Laub und mögliche Havarien des Kraftwerks. Die Temperatur des Flusswassers zeigt eine jährliche Schwankung zwischen 4 und 26,5 Grad Celsius, was die Nutzung im Wärmepumpensystem praxisnah möglich macht.
In der ersten Betriebszeit zeigt sich eine hohe Effizienz dieses Systems: Die Anlage erzielte eine saisonale Arbeitszahl von ca. 4,3, was über den durchschnittlichen Werten moderner Luft-Wärmepumpen liegt. Die erzeugte Wärmemenge von rund 35,4 MWh verbrauchte nur etwa 8,2 MWh Strom, was die Stromkosten signifikant reduziert.
Bayern verfügt über enorme, noch ungenutzte Flusswärme-Ressourcen. Unsere Erfahrungen belegen, dass diese Technologie ein wichtiger Baustein für die Energiewende sein kann – regional, effizient und nachhaltig. 🌿💧